Projekt Brundibár

Projekt Brundibár im Rahmen des Festivals Verfemte Musik 2018 am 9.9. und 3.10.2018

Proben mit Stefan R. Selber.
Fotos: Werner Doßmann

Brundibár in Schwerin

Ein partizipatives Jugend- und Kooperationsprojekt vom Landesverband Jeunesses Musicales MV, dem Goethe-Gymnasium Schwerin, dem Jugendsinfonieorchester Schwerin und dem Mecklenburgischen Staatstheater. Gefördert durch die Claussen-Simon-Stiftung.

Vorstellungen im Rahmen des Festivals Verfemte Musik 2018 am 9. September um 15 und 18 Uhr sowie am 3. Oktober um 11 Uhr im Großen Haus des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin. Karten hier.

Die Kinderoper Brundibár, 1938 von Hans Krása komponiert, wurde 1941 das erste Mal im jüdischen Kinderheim in Prag aufgeführt. Nach Krásas Deportation 1942 ins Ghetto Theresienstadt schrieb er die Partitur nach einem Klavierauszug nach, da er die Partitur nicht hatte mitnehmen können. Hier wurde die Oper 55 Mal aufgeführt und gab den teilnehmenden Kindern ein Stück Normalität und Freude zurück. Die Rollen mussten immer wieder neu besetzt werden, da viele der Darsteller in Vernichtungslager deportiert wurden. Hans Krása und fast alle Ausführenden wurden kurz darauf in Auschwitz ermordet.

1997 wurde Brundibár in Schwerin aufgeführt. Wer konnte damals ahnen, dass dieses Projekt bis heute die Arbeit zur Holocaust-Erinnerung in Schwerin prägen würde? Mittlerweile wissen wir sehr viel mehr über das ehemalige Ghetto und Konzentrationslager Theresienstadt sowie das Schicksal der Kinder und der vielen ermordeten Menschen. Viele Zeitzeugen, die aktiv bei den Aufführungen beteiligt waren haben Schwerin besucht. Nur wenige von ihnen stehen heute noch als Gesprächspartner zur Verfügung. 2016 gab es im Rahmen des Festivals Verfemte Musik Schwerin ein gemeinsames Wiedersehen mit den damals Beteiligten. Diese Wiederbegegnung inspirierte den Landesverband Jeunesses Musicales MV, eine Wiederaufführung zu veranstalten. Dabei übernehmen damals Beteiligte wichtige musikalische Leitungsaufgaben, wie die Schulpädagogin Carola Nicklich, die bei der ersten Inszenierung im Jugendorchester mitwirkte. An dem Projekt werden ca. 100 Kinder und Jugendliche beteiligt sein. Das Regieteam besteht aus der erfahrenen Theaterpädagogin Nele Tippelmann (Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin), Carola Nicklich und Anne Holst (Goethe-Gymnasium) und dem Leiter des Jugendsinfonieorchesters Schwerin, Stefan Kelber.

Zur Premiere am 9.9 hat erneut Zvi Cohen, der damals als Kind bei den Aufführungen in Theresienstadt mitgewirkt hat, sein Kommen zugesagt. Am Projekt Brundibár 2.0 beteiligen sich das Jugendsinfonieorchester Schwerin, die Chorklassen des Goethe-Gymnasiums Schwerin und das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin.

Folgt dem JSO auch auf Facebook – dort werdet ihr über die aktuelle Entwicklung des Orchesters regelmäßig informiert.